Die Bedeutung von Bienen

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Die Bedeutung von Bienen im Garten

Ein einziges Bienenvolk bestäubt pro Tag mehrere Millionen Blüten

Eine Welt ohne die meisten uns vertrauten Lebensmittel, ohne Honig, ohne Obst, ohne einem Drittel von dem was wir normalerweise essen. Das können wir uns nicht vorstellen, könnte aber Realität werden, wenn der Rückgang von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten nicht deutlich weniger wird, denn diese Tiere zählen zu den wichtigen Bestäubern. Ein Bienenvolk zum Beispiel bestäubt an einem Tag mehrere Millionen Blüten.

Insgesamt gehen die Schmetterlings- und Bienenbestände in Deutschland leider zurück.

Biene auf Obstblüte

Die Ursachen für diesen dramatischen Rückgang sind der Verlust von Lebensräumen, Pestizide, Monokulturen in der Agrar- und Forstwirtschaft die den Faltern ihre Nahrungsgrundlage nehmen. Immer mehr Feuchtwiesen werden zu landwirtschaftlichen Zwecken trockengelegt, Wildblumenwiesen oder Wälder müssen Neubausiedlungen oder Industrieanlagen weichen. Die noch existierenden Wiesen werden häufig zu häufig gemäht, andere Pflanzen werden als sogenannte Unkräuter entfernt obwohl ihnen eine hohe Bedeutung als Nahrungspflanze für beispielsweise Schmetterlinge und andere Insekten zukommt. Der stetige Rückgang der Arten konnte in den vergangenen Jahren in ganz Europa, aber auch in Deutschland beobachtet werden. Zum Beispiel wurde im Naturschutzgebiet „Orbroicher Bruch“ in Krefeld 2014 ein Rückgang der Insekten von 75% gegenüber dem Jahr 1989 festgestellt. In Europa sind 71 der 576 verschiedenen Schmetterlingsarten mittlerweile bedroht.

Achten Sie auf Artenvielfalt

Problematisch ist diese Entwicklung, da sich zahlreiche Arten auf wenige bestimmte Pflanzen als Nahrungsquelle spezialisiert haben. Wenn Sie Bienen und Falter in Ihrem Garten unterstützen möchten, achten Sie daher auf Artenvielfalt und wählen sie vor allem heimische Pflanzen. Bedenken Sie, dass gefüllte Blüten nur sehr wenig oder keinen Nektar spenden und daher für Bienen ungeeignet sind und versuchen Sie nicht nur im Sommer sondern das ganze Jahr über für ein attraktives Blütenangebot zu sorgen. Für den Frühling eignen sich verschiedene Knollen- oder Zwiebelpflanzen wie Tulpen und Krokusse, Bärlauch oder Lerchensporn. Die Blumenwiese sollte im Idealfall nur ein bis zweimal gemäht werden, am besten morgens oder abends wenn die Insekten nicht mehr unterwegs sind.

Bienenschutz auf dem Balkon

Doch nicht nur wer einen großen Garten besitzt kann für die summenden Bestäuber etwas tun. Auch auf Balkonen lassen sich blühende Wildkräuter und –stauden in Kästen oder Kübeln anpflanzen. Für sonnige Standorte bieten sich Salbei, Dahlien und Ringelblumen an, in schattigen Lagen gedeihen Vergissmeinnicht, Kapuzinerkresse und Fächerblumen. Allerdings reichen die richtigen Pflanzen auf dem Balkon alleine nicht aus um Biene, Hummel und Co anzuziehen. Die Umgebung muss ebenfalls ein breites Nahrungsangebot aufweisen, der Balkon darf nicht zu hoch und zu windig gelegen sein. Um gegen den Verlust von Arten anzugehen, bieten zahlreiche Organisationen, unter anderem auch der NABU, immer wieder Aktionen für interessierte und engagierte Bürger an. Außerdem finden Sie im Internet auf den Seiten des NABU und anderer Naturschutzorganisationen hilfreiche Tipps und Listen mit geeigneten Pflanzen für einen schmetterlings- und bienenfreundlichen Garten.

 

Gärtnern ohne Gift

Tipps

Gärtnern ohne Gift

Ein naturnaher Garten kommt ohne Pestizide aus

Die Gartensaison geht wieder los – es sprießt und blüht, summt und singt. So sollte es zumindest sein. Viele Tierarten finden in unseren Hausgärten kaum noch geeignete Lebensräume oder Nahrung. Das liegt unter anderem auch daran, dass in den Gärten nur noch wenige heimische Gehölze verwendet werden. Die Früchte und Blüten fremdländischer Gehölze sind für die heimischen Tiere allerdings oft wertlos. Ein weiterer Grund für den Rückgang der Artenvielfalt in Gärten ist der Einsatz von Pestiziden, die nicht nur ungewünschte Schädlinge sondern auch zahlreiche Nützlinge vernichten, sich in der Nahrungskette anreichern und Bodenorganismen schädigen. Hersteller von Pestiziden werben häufig damit, dass ihre Produkte umweltschonend und für Mensch und Tier unbedenklich seien. Ob es sich damit tatsächlich so verhält, ist aber nicht erwiesen.

 

Also denken Sie um!

Ein häufiger Gast im naturnahen Garten - Kleiner Fuchs

Ein häufiger Gast im naturnahen Garten – Der Kleine Fuchs

In der Natur gibt es kein Unkraut. Alle Pflanzen erfüllen ihre besonderen Funktionen und stellen besonders für Tiere wichtige Nahrungspflanzen dar, aber auch der Mensch kann von ihnen profitieren. Wenn Sie trotzdem keine unterwünschten Kräuter in Ihren Beeten haben möchten, versuchen Sie es doch einfach mal auf nachhaltige Weise: Lassen Sie Wildkräutern keinen Platz. Säen Sie Wildblumenmischungen auf Natursandböden, Mischkies oder Schottergemisch und bedecken Sie den Boden mit mineralischen Mulchstoffen, wie Kies, Sand und Splitt. So machen Sie es den Samen schwerer in die Erde zu gelangen. Achten Sie beim Jäten darauf die gesamte Pflanze, also mitsamt Wurzel zu entfernen. Wenn offene Stellen entstehen versuchen Sie sie möglichst schnell wieder zu schließen und lassen Sie ruhig Selbstaussaaten von Stauden zu. Das spart Ihnen Geld und Zeit und verdrängt wilde Kräuter.

Immer mit der Ruhe

Wenn Ihnen nicht die pflanzlichen sondern die tierischen „Schädlinge“ Sorgen bereiten, versuchen Sie Ruhe zu bewahren. Viele Probleme lösen sich in einem gesunden Garten beinahe von allein. Entfernen Sie die Tiere zunächst von Hand oder mit einem festen Wasserstrahl von den Blättern der befallenen Pflanze. Kranke und absterbende Knospen oder Pflanzenteile vernichten Sie am besten sofort. Diese Maßnahmen reichen oft schon aus um den Befall zu bekämpfen. Versuchen Sie außerdem in Ihrem Garten so naturnahe Verhältnisse wie möglich zu schaffen. Richten Sie verschiedene Lebensräume wie Totholzhaufen, Nistkästen, Tümpel und Blumenwiesen ein. So schaffen Sie nicht nur sogenannten Schädlingen sondern auch den Nützlingen einen Platz in Ihrem Garten und sorgen dafür, dass das Gleichgewicht automatisch aufrechterhalten wird. Sind in bestimmten Fällen tiefgreifende Maßnahmen zur Bekämpfung von Schädlingen nötig, setzen Sie biologische Mittel ein. Naturschutzverbände geben Ihnen viele hilfreiche Tipps wie sie ganz einfach selber natürliche Pflanzenschutzmittel herstellen können.

Mithilfe dieser kleinen Anregungen können Sie Ihren Garten schon ein großes Stück umweltfreundlicher gestalten. Wenn Sie Lust haben noch mehr zu tun, finden Sie weitergehende Informationen auf den Seiten des NABU-Bundesverbands.